Alle Matratzen sind in zwei große Gruppen einzuteilen: Federkernmatratzen und Vollpolstermatratzen
Vollpolstermatratzen haben keinen Federkern, sondern bestehen nur aus Polstermaterial. Das ist heute Schaumgummi oder Schaumstoff. Der Unterschied zwischen Schaumgummi = Latex-Schaum und Schaumstoff besteht darin:
Latex-Schaum ist der milchähnliche Saft von Gummipflanzen, der mit einigen Chemikalien vermischt zu sehr feinporigem Schaum geschlagen wird, wie Schlagsahne oder Eiweißschaum. Dieser fließfähige Schaum wird in Formen gefüllt und bei Temperaturen von 100° C im Ofen ausvulkanisiert. Latex-Schaum hat eine vorzügliche Elastizität, verbunden mit weicher Griffigkeit und warmfühliger Oberfläche. Latex-Schaum hat ein hohes Gewicht und ist sehr teuer. Als Alternative zu Latex-Schaum wurde in jahrelangen Versuchen und Forschungen von der chemischen Industrie ein spezieller Kunststoff entwickelt, der etwa die gleichen Eigenschaften hat. Es entstand der Poly-Urethan-Schaum, kurz PU-Schaum genannt. Polyurethan ist eine spezielle Art Kunststoff, der durch die chemische Reaktion von zwei flüssigen Stoffen entsteht. Durch bestimmte Mischungen ist man in der Lage, diesen Schaumstoff in den vielfältigsten Formen und genau nach dem ausersehenen Verwendungszweck herzustellen.
Von knochenhart bis weichelastisch, vom porenlosen Kompaktwerkstoff bis zum federleichten Schaum, lässt sich jede Variante dieses Synthese-Werkstoffes erzeugen. Durch ein besonderes Mischungsverhältnis entsteht Polyäther-Schaum. Dieser Polyätherschaum wird heute ausschließlich für Polstermöbel und Matratzen verwendet. Jeder Schaum hat ein bestimmtes Raumgewicht = RG, das in kg pro Kubikmeter m angegeben wird. Beispielweise bedeutet die Angabe RG 30, dass 1 Kubikmeter dieses Schaumes das Gewicht von 30 kg hat. Zum Vergleich dazu wiegt 1 Kubikmeter Wasser 1.000 kg. Ein hohes Raumgewicht ist nicht allein das Kriterium für eine gute Schaumqualität, kann jedoch zur Beurteilung mit herangezogen werden.
Federkern-Matratzen haben eine Einlage aus Stahlfedern, die von allen Seiten mit Polstermaterialien abgedeckt sind. Der Pederkern sorgt dafür, dass die Matratze ihre Form behält. Die Tragkraft der Federeinlage ist abhängig von der Drahtqualität, der Anzahl der Federn, ihrem Durchmesser, der Höhe, dem Bau und der Windungszahl der einzelnen Federn sowie der Art der Verbindung zueinander.
Es gibt verschiedene Federkern-Systeme: Zylinderfedern und Taillenfedern. Zylinderfedern haben von oben bis unten den gleichen Durchmesser und werden ineinander gedreht, was jedoch nur von Hand möglich ist. Aus diesem Grund verwendet man heute vorwiegend Taillenfedern, die sich vollautomatisch zu einem Federkern verbinden lassen. Taillenfedern haben in der Mitte einen geringeren Durchmesser als oben und unten. Dadurch entstehen weniger Berührungspunkte von Feder zu Feder als bei der Zylinderfeder. Die Taillenfeder hat außerdem eine größere Anfangsweichheit und eine größere Endhärte, d. h., bei geringer Belastung ist die Matratze mit Taillenfeder weicher, bei größerer Belastung setzt sich dem Körpergewicht ein größerer Widerstand entgegen. Die Federkerne werden in unterschiedlichen Arten verarbeitet, z. B. Bonnell-System. Hier wird jede Taillenfeder durch querlaufende Spiralen in der Senkrechte gehalten.
Die Mitte des Federkerns kann also nicht schwimmen oder abkippen. Jede Feder wird einzeln gefertigt und befestigt. GR-System: Der GR-Federkern ist ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass hier immer eine komplette Reihe von Taillenfedern gleichzeitig gefestigt und miteinander verbunden werden. Der GR-Federkern ist spezifisch leichter gegenüber Bonnell-Federkern, da nicht so viele Drahtverbindungen. Es wird heute zum größten Teil der Bonnell-Federkern für Matratzen verarbeitet.
Taschen-Federkern. Hier wird jede Taillenfeder in eine Tasche aus Nessel eingenäht um, zu verhindern, dass bei Reibung der einzelnen Stahldrähte Geräusche entstehen.
BS-Federkerne. Hier wird ein stärkerer Stahldraht verarbeitet für die Taillenfeder. Zusätzlich kann der Federkern noch mit einem Bandstahlrahmen eingefasst sein. (Drahtstärke angegeben).
4-Gang und 5-Gang Federkerne. Hier ist die Windung der Taillenfeder ausschlaggebend. 4-Gang = 4 Windungen, 5-Gang = 5 Windungen.
Aber eine Federkernmatratze besteht ja nicht nur aus dem Federkern. Darüber liegt zunächst der so genannte Polsterträger, der verhindert, dass sich das eigentliche Polstermaterial in den Federn eindrückt und von ihnen zerrieben wird. Dieser Polsterträger besteht entweder aus einem Jutegewebe, aus einem abriebfesten Nadelfilzgewebe, aus straffelastischen Kokosmatten oder aus einem flexiblen Drahtgitter Dann kommt die eigentliche Polsterung. Hier unterscheidet man: Natur- und Schaumstoffpolster. Die Naturpolsterung besteht aus Kokos oder Sisal-Matten, die mit einem Feinpolster z.B. Wollwatte abgedeckt werden.
weitere Informationen zu den verschiedenen Matratzenarten finden Sie unter http://www.inbett.com
Verfasst von wagner123